Bitte beachten

Woher die Hardware nehmen?

Lucy wärmt sich auf Echostar HDC-601DER
Auch ein Brick kann noch nützlich sein

Eine ganz schlechte Idee wäre es, ein Mietgerät zu zerlegen und zum Basteln zu benutzen. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass die Hardware dabei beschädigt oder zerstört werden kann. Oder der Versuch eine eigene, viel bessere Software, einzuspielen mit einem Brick endet. Das könnte durchaus Fragen bei der Rückgabe des Gerätes - oder noch besser bei der Reklamation, warum das Dingen schon wieder kaputt ist - geben. Diese Fragen und weitere mögliche Folgen möchte man sicherlich vermeiden.

Eine Möglichkeit ist die Suche in einem bekannten Internetauktionshaus, gerne ergänzt um ein defekt. Funktionierende Geräte bringen meist deutlich mehr Geld ein als defekte, wobei dies leider auch nicht immer stimmt. Die Frage ist nur, für welche Defekte interessiert man sich?

"Vom LKW gefallen und vom darauffolgenden LKW überfahren, ein Profi kriegt das wieder hin1!1!!1!!elfhunderelff!1!!111" - für solche eher nicht. Aber Fehlerbeschreibungen, die nach einer defekten Festplatte oder einem defekten Netzteil klingen, warum nicht? Wenn dann auch noch der Preis attraktiv erscheint? Selbst ein irreparabel defektes Gerät bietet immer noch die Möglichkeit, Leiterbahnen nach Entfernen von Bauteilen zu verfolgen und so vielleicht nicht ganz so offensichtliche Testpunkte, die mit einer seriellen Console beschaltet sind, zu finden.

Alternativ bieten sich auch An- und Verkaufsläden an. Wenn der fünfte Kunde das Gerät als "funktioniert nicht!" zurück gebracht hat, ist der Preis vielleicht nur noch Verhandlungssache.

Manchmal ist man auch nur zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Natürlich kann Sperrmüll auch wieder problematisch sein, dafür leben wir schließlich in Deutschland.

Der Postbote steht mit einem Paket vor der Tür. Eine Spende? Egal. Solange es nicht tickt.

Ältere Geräte, auch aus dem Ausland, werden öfters als Restposten verkauft. Regelmässig nur als nackte Platine ohne Dokumentation und ohne weiteres Zubehör. Dafür unschlagbar billig. Ideal für den Anfang.

Problematisch wird das Ganze, wenn die Hardware ausschließlich als Miet-/Leihgerät erhältlich ist und nicht - auch nicht in anderen Ländern - im freien Handel erhältlich ist. Dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass es sich bei dem Gerät um ein Mietgerät handelt.

Etwas verstörend sind Angebote von neuen Geräten in OVP, die für Preise deutlich unter dem Ladenpreis gehandelt werden. Vor allem in Verbindung damit, dass es sie als Leihgerät zu einem Vertrag dazu gibt. Können oder wollen die Verkäufer das Wort Leihgerät nicht verstehen? Oder wird darauf darauf spekuliert, dass der Anbieter das Gerät eh nicht zurück haben möchte, wie z.B. viele Telekommunikationsanbieter ihre ISDN-Netzabschlussgeräte?

In den letzten beiden Fällen gilt: Finger weg!

Mit meinem Eigentum darf ich machen was ich will!

Achtung! Das Folgende ist nur eine persönliche Meinung. Im Zweifelsfalle bitte für Erleuchtung oder vollständige Verwirrung einen oder mehrere Juristen zu Rate ziehen.

Modifikationen, die es z.B. erlauben verschlüsselte MPEG-TS ohne die entsprechende Smartcard zu entschlüsseln, dürften in den Geltungsbereich des UrhG fallen.

Denkbar, dass die AGB eines Netzbetreibers den Betrieb von nicht-zertifizierten Geräten an seinem Netz ausschliessen.

Eine WLAN-Karte kann durch Hardware oder Softwareänderungen mit mehr als der zulässigen Sendeleistung arbeiten und/oder in einem anderen Frequenzband andere Funkdienste stören.

Ebenso kann ein im Gerät vorhandenes DSL oder Kabelmodem ein Netzsegment empfindlich stören. Egal ob dieses nun absichtlich oder unabsichtlich - z.B. Falscher Wert in ein Register, schwingende Endstufe - geschieht, die anderen Nutzer des Segments und der Netzbetreiber werden dies weniger schön finden. Auch sollten z.B. die Ratelimits besser in Ruhe gelassen werden, da ansonsten auch ein verständnisvoller Netzbetreiber den Rechtsweg beschreiten könnte.

Kurz: Basteln gerne, keine Störungen verursachen, keine Dienstleistungen erschleichen.

Für Geräte mit DOCSIS-Modem gilt: Rückkanalfilter helfen, Ärger zu vermeiden. Dauerhafter ist es, den Ausgangsverstärker oder die Einkopplung in den Signalpfad tot zulegen.

Embedded Software

Die Hardware der meisten hier behandelten Geräte ist ohne die eingebettete Software recht nutzlos. Auch wenn Teile davon der GPL unterliegen, so gilt dieses nicht unbedingt für die gesamte Software.

Je nach Gerät muss die Software aus dem Gerät ausgelesen werden, um Anpassungen vorzunehmen. Diese angepasste Software enthält aber zusätzlich nicht-GPL-lizensierte Teile. Vorsicht beim Verbreiten der angepassten Software! Besser nur die Teile mit GPL und/oder die eigenen Anpassungen mit einer Anleitung zum selbst-patchen verteilnen.

Ein kompletter Flashdump kann private Daten enthalten. Angefangen der Gerätekonfiguration über private Schlüssel, mit denen sich das Gerät authentifiziert. Sicherlich möchte man Fremden nicht erlauben, mit der eigenen Identität oder auf der eigenen Rechnung Dinge anzustellen.

Allerdings gilt auch hier: Gefährliches Halbwissen eines nicht Juristen, für die Erleuchtung oder Kopfschmerzen bitte die Juristen beschäftigen.