SMT-G7400_MAIN

Der Bestückungsdruck der Hauptlatine SMT-G7400_MAIN ist erstaunlich gesprächig. Bezeichnungen wie C/M JTAG, Fusing JTAG, UART, Console und die Belegung des Folienleiters zum Bedienfeld springen förmlich ins Auge. Das ist doch mal Service!

Laut Aufdruck hat die beidseitig bestückte Mehrlagenplatine die Abmessungen 288mm x 195mm, die Dicke von 1.6mm ist keine große Überraschung.

Unter dem Kühlkörper befindet sich der Prozessor, MPEG genannt, und ein Teil des NOR-Flashs. Der Fotograf hat leider vergessen, den Kühlkörper für das Foto zu demontieren. Die Detailansicht in der Unterseite bietet ein Foto mit sichtbarem Prozessor und Flash.
Im Originalzustand befindet sich ein Lüfter auf dem Kühlkörper, welcher bei diesem Bausatz fehlt.
Dem aufmerksamen Beobachter fällt natürlich die M3 Mutter unten rechts am Kühlkörper ins Auge, diese ist nicht serienmässig. Der dort verbaute Kunststoffhalter für den Kühlkörper ging bei der Demontage dank des Vergusses auf der Unterseite zu bruch und wurde daher einfach durch eine Schraube mit Mutter ersetzt.

Der Kartenleser dem Seitenschneider im Weg, so dass der Blick auf das Telefoninterface ungetrübt möglich ist. Der Bereich des HF Frontends mit den Tunern ist dagegen einfach freizulegen - der Abschirmdeckel, der auch zur Wärmeableitung beiträgt, ist einfach nur augesteckt. Aber Achtung, die Kanten sind scharf!

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Hersteller/typ unbekannt, vermutlich TOKO
Signaleingang mit Triplexer, der das Antennensignal in drei Bereiche aufteilt:
MoCA
Downstream
Upstream
Hersteller/typ unbekannt
MoCA Empfangsverstärker (LNA)
MoCA Senderverstärker (PA)
CSR MT1570F
DOCSIS 3.0 Sendeverstärker (PA) mit einstellbarer Ausgangsleistung in 1 dB Schritten. Unterstützt maximal 4 Upstream-Kanäle.
Hersteller/Typ unbekannt
Downstream Vorverstärker/Splitter mit fester Verstärkung. Zwei Ausgänge.
(8 pin DFN, 18F als Stempel)
Entropic EN2510
MoCA 1.1 Ein-Chip Lösung. Erlaubt bis zu 16 MoCA-Endgeräte über das Antennenkabel (und entsprechender Hausverkabelung) mit bis zu 250 MBit/s brutto zu versorgen.
In Deutschland ist MoCA nahezu unbekannt?
Maxlinear MxL261
DOCSIS 3.0 Frontend mit zwei digitalen Breitbandtunern mit je 100 MHz Bandbreite. Ein Tuner liefert ein ZF-Signal, der andere versorgt die vier internen QAM-Demodulatoren, die die Daten als Transportstream bereitstellen.
NXP TDA18260 "Master"
Zwei digitale Tuner mit integriertem aktiven Signalteiler und zwei Signalausgängen für weitere Abnehmer. Der hier Master genannte Tuner ist mit einem Quarz ausgestattet , der Takt wird an die weiteren Tuner und Demodulatoren weitergegeben.
NXP TDA18260
Zwei digitale Tuner.
NXP TDA18260
Zwei digitale Tuner.
NXP TDA10025
Zwei QPSK/QAM-Demodulatoren mit multiplextem Ausgang.
NXP TDA10025
Zwei QPSK/QAM-Demodulatoren mit multiplextem Ausgang.
NXP TDA10025
Zwei QPSK/QAM-Demodulatoren mit multiplextem Ausgang.
Vier Ethernetports RJ45
Der integrierte Switch unterstützt10, 100 und 1000 MBit
Zwei Telefonanschlüsse RJ11
SCART Buchse
Analoges Video/analoger Ton
HDMI Buchse
Digitales Bild/Ton
Spannungsversorgung
14V DC Nennspannung, 4.29A laut Typenschild
Samsung Console Port
3.5mm Stereoklinkenbuchse wie an vielen Samsunggeräten zu finden. Auf der Rückwand nicht näher bezeichnet.
eSATA
Anschluss für eine externe Festplatte
Zwei USB Buchsten
Analoger Ton
Digitaler Ton
Optisch und Koaxial
Ethernet Link LEDs
Link Status der vier externen Ethernetports
Zusätzlich Linkanzeige der Verbindung zum PHY des Kabelmodems
Marvell 88E6175R
7 Port Gigabit Ethernet Switch, fünf integrierte PHYs, zwei RGMII Ports.
88E1119
Gigabit Ethernet PHY, stellt die Verbindung zwischen Kabelmodem und Ethernet Switch her
Samsung K4T1G164QF-BCE7
64Mx16 DDR2-800 (5-5-5) DRAM für das Kabelmodem.
Intel DNCE2500GU / TI TNETC4800zdwgu
PUMA5 DOCSIS3 Kabelmodem mit VoIP Support Maximal 4 Kanäle Upstream, 8 Kanäle Downstream
Festplatten/Gerätelüfteranschluss
12V, mit Tacho
Festplatteninterface (SATA)
Spannungsversorgung für die Festplatte (5V, 12V)
Anschluss für Kippschalter
Der Kippschalter schaldet nicht die Eingangsspannung direkt, sondern nur einen MOSFET, der die Spannungsversorgung trennt.
NXP TDA8024TT
Smartcard Interface, Nachfolger vom Klassiker TDA8004. Ist für die Anpassung der Pegel, Bereitstellung der korrekten Spannung für die Karte und die Hotplugfähigkeit verantwortlich. Bietet Kurzschlussschutz und ESD-Immunität. Dies ist nur ein Interfacebaustein, die eigentliche Kommunikation geht von der HauptCPU aus.
4 * Samsung K4B2G1646C-HCH9
DDR3-1333 (9-9-9) RAM, 1 GByte (128MBitx64) für die MPEG-CPU
2 * Samsung KFG1G16U2D
2 GBitx16 OneNAND Flash -> 128 MB
ST M28W320HS
32 MBitx16 NOR Flash -> 2 MB Bootmedium für den Intel CE4275 Prozessor
Intel CLCE4275EDS0
Der Hauptprozessor der Horizon. Basiert auf der Intel Atom Architektur mit vielen Erweiterungen für eine Set-Top-Box. Wird in der Horizon mit 1.6 GHz getaktet.
Cirrus Logic CS4354CSZ
Stereo 24 bit, 192 kHz Audio-Codec
Microsemi/Zarlink Le88506DVC
Doppelter subscriber line access circuit (SLAC), stellt die Verbindung zwischen dem Prozessor des Kabelmodems und Leitungsinterface (SLIC) her. Der SLAC kümmert sich um die Spannungsversorgung, Schleifenspannung und Rufwechselspannung, der beiden Ports. Nicht zu übersehen sind der externe FET und die Speicherdrossel für jeden Port. Ebenso findet die analog/digital Wandlung, die elektronische Gabelschaltung, Generation von Hörtönen und Gebührenimpulsen - wer kennt sie noch? - im SLAC statt.
Microsemi/Zarlink Le88830JAG
Doppelter subscriber line interface circuit (SLIC), verbindet den SLAC mit den beiden Telefonports.
Bourns MF-SD013 und Bourns TISP61089A
Selbstrücksetzender Überspannungs/Überlastschutz für die SLICs. Falls jemand 230V an den Telefonanschluss legen sollte - bitte nicht ausprobieren, die Kriechstrecken wirken etwas gering für diesen Missbrauch.
Fairchild FMS6346
Filter und Leitungstreiber für die analogen Videosignale. Vier Filter sind beschaltet.
CPU-Lüfter Anschluss
12V, mit Tacho
FPC Anschluss für die Verbindung mit der Displayeinheit
Belegung netterweise auf der Platine aufgedruckt.
Consolenanschluss
An diesem Anschluss liegt die serielle Console der HauptCPU und vom Kabelmodem an. Die HauptCPU ist recht gesprächig, beim Kabelmodem wartet das U-Boot auf Interaktionen.
JTAG Interface vom Kabelmodem
JTAG Interface der HauptCPU
Als Fusing JTAG beschriftet. Dient daher vielleicht nur zum setzen von Fuses?
Both Hand G4P109N-A LF
Die Übertrager für die vier Ethernetports (Magnetics) sorgen für die galavnische Trennung.
Steckplatz für das WLAN-Modul
Überträgt die Spannungsversorgung und Ethernetdaten (RGMII, Takte sind nicht auf dem Verbinder)
Steckplatz für das WLAN-Modul
Nur GND, vermutlich primär zur mechanischen Befestigung
Steckplatz für das WLAN-Modul
Nur GND, vermutlich primär zur mechanischen Befestigung
Taktsignal der RGMII-Schnitstelle für's WLAN Modul
Taktausgang für die Daten vom Switch zum WLAN-Modul
Taktsignal der RGMII-Schnitstelle für's WLAN Modul
Takteingang für die Daten vom WLAN-Modul zum Switch

Die ganzen Spannungsregler - man zählt immerhin insgesamt 22 Speicherdrosseln und 11 Linearregler - sind in dem Bild nicht markiert.

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SMT-G7400_MAIN Bot

Die Unterseite der Platine beherbergt wenige Halbleiter.

SMT-G7400_MAIN Bot gespiegelt - mit der Maus über Bauteile fahren für mehr Informationen
2 * Spansion S25FL128SAIF00
2 x SPI Flash, 128 MBit ( 16 MByte), 133 MHz, 64 kB Sektoren Firmware für das Kabelmodem
Fairchild 74LCX16373
16 bit Latch. Puffert vermutlich die oberen Adressbits für das NOR-Flash.
GMT G2998
Treiber für die DDR Busleitungsterminierung
Vishay Si4435D
p-Kanal MOSFET
Beispiel für eine Lötfalle.
Beispiel für die Rückseite des Exposed Pads, wird im Gehäuse eingebaut über ein Silikonwärmeleitpad mit einem Blechrahmen zur Wärmeableitung verbunden.

Die Unterseite ist vergleichsweise spärlich bestückt. Der Verguss soll uns den einfachen Zugang zu den Adresse und Datenleitungen der Flashbausteine verwehren. Als ob soetwas einen Bastler abhält. Übrigens, Samsungs, NDS, Liberty Global oder UPC - warum schickt ihr die Firmware dann unverschlüsselt über's Kabelnetz an jeden Haushalt in eurem Versorgungsgebiet? Das erlaubt die Analyse der Software und die Suche nach Schwachstellen. Danke!

Der aufmerksame Leser fragt sich nun sicherlich, was der Sinn der weiss markierten Bereiche ist. Betreutes Basteln hat dafür mehrere Theorien, aber am wahrscheinlichsten dürfte das Markieren der Bereiche, die nicht von der Lötwelle erfasst werden dürfen, sein. Gut möglich, dass hier Schablonen oder Klebeband während der Fertigung aufgebracht wird.

An den Stiftleisten fallen deutlich die zum Teil benetzten Lötfänger auf, so dass Wellenlötung für diese Bauteile wahrscheinlich ist. Die Kontaktflächen der quasi durchkontaktierten exposed pads der Tuner sind allerdings nicht mit Lot benetzt. Die könnten aber während der Fertigung abgedeckt worden sein, z.B. mit einer abziehbaren Lötstopmaske.